Kleine Geschichten über Heinz Rühmann, die den Meisten unbekannt sind.
 
 
HR wurde am 7. März 1902 in Essen als Sohn eines Kellners geboren. Später hatte sein Vater eine eigene Gastwirtschaft.
 
Als Kind wurde HR in eine Straßenschlacht verwickelt und von einem Stein im Gesicht getroffen. Seitdem hatte er am linken Mundwinkel eine kleine Narbe.
 
Er wollte unbedingt bei der Theatergrösse "Ernst Ritter von Possart" vorspielen. Er besuchte ihn sogar zu Hause und spielte ihm "Faust" vor. Possart schmiss ihn hinaus.
 
HR musste das fachgerechte Sprechen lernen. Dies übte er mit einem Bordeaux Korken im Mund.
 
Heinz Rühmann litt als Jugendlicher an einer seltsamen Krankheit. Sein Gesicht war halbseitig gelähmt. Ein Arzt sagte, es sei der Fazialisnerv, und es gäbe keine Heilung. Nach genau 1 Woche war die Lähmung verschwunden und ist nie wieder aufgetreten.
 
HR ging in München auf die "Reger Schule", die später auch sein Sohn Peter besuchte.
 
In der Schule wurde HR mit Rührei gehänselt, weil er im tiefsten Bayern, im Matrosenanzug zur Schule gehen musste. Und da war es kein Wunder, dass aus Rühmann ganz schnell "Rührei" wurde.
 
Eines Tages setzte er sich gegen seine Mutter durch und ging in Lederhose zur Schule. Da wurde er, auch dank seiner kämpferischen Art, respektiert und später sogar zum Schulsprecher gewählt.
 
HR war ein Musterschüler und gab Nachhilfe. Für 50 Pfennig die Stunde. Dieses Geld sparte er für ein neues Fahrrad, welches 75 Mark kostete.
 
Als seine Mutter mal krank war und auf einer Wanderung mit HR zusammenbrach, trug er seine Mutter bis ins weit entfernte Gasthaus zurück.
 
HR wurde auch der "Deutsche Charlie Chaplin" genannt.
 
Er konnte sogar ein wenig Steppen. Dies hatte er von Theo Lingen gelernt.
 
Als HR seine ersten Bühnenerfolge hatte, kam die Inflation, und 500 Trillionen Mark wurden zum Taschengeld. Das Theater bezahlte HR in Naturalien.
 
In seinem ersten Film (Das deutsche Mutterherz 1926 , Stummfilm) spielt HR den gewaltätigen Sohn Oskar Erdmann, der seine  Mutter verprügelt. Für den Film bekam er 500 Mark Gage.

HR war ein begeisterter Flieger. Früh kaufte er sich sein eigenes Flugzeug. Seine Fliegerkunst kann man u.a. in "Quax der Bruchpilot" bewundern.
 
Nach dem Krieg waren seine Filme für kurze Zeit von den Allierten verboten worden, weil HR als Nazi galt. Dies konnte zum Glück widerlegt werden.
 
HR gründete 1947 eine eigene Filmproduktionsfirma Doch die "Comedia" musste trotz einiger Erfolge 1952 Konkurs anmelden.
 
HR hatte auch einen großen Erfolg in Hollywood. Mit "Das Narrenschiff" spielte er sich in die Herzen der Amerikaner. Doch HR mochte diese Filmfabrik nicht.
 
Sein letzter Kinofilm war der Wim-Wenders-Film "In weiter Ferne doch so nah" 1994
 
Letzter Auftritt im TV bei "Wetten, dass... ?" im Januar 1994
 
Am 3. Oktober 1994 stirbt Heinz Rühmann friedlich in seinem Haus in Aufkirchen am Starnberger See.

1999 wird HR von der "TV Hören und Sehen" zum Schauspieler des Jahrhunderts gewählt.
 
© 2001 Stefan Friedrich
Alle Rechte vorbehalten