1933-1945

1934 hat Heinz Rühmann einen Rauhaardackel namens Struppi.

Rühmann hatte das ständige Wechseln von Firma zu Firma satt und wechselte zur Terra. Er bekam eine feste Monatsgage, mit der Verpflichtung, drei Filme im Jahr zu drehen.

Ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Rühmanns Traum, endlich Regie führen zu dürfen, wahr. Der Film hieß "Lauter Lügen". Für die Hauptrolle verpflichtete er, nach langem Suchen, eine junge Wienerin, eine Schauspielerin namens Hertha Feiler, damals 22 Jahre jung. Rühmann in seiner Biographie: "Sie gefiel mir. Auch für die Rolle." Da schien sich doch mehr als nur eine Zusammenarbeit anzubahnen. Die Premiere am 23.12.1938 war besonders für Hertha Feiler ein großer Erfolg. Im gleichen Jahr bekam Heinz Rühmann eine Medaille für die beste schauspielerische Leistung der Biennale in Venedig.

Rühmann und Feiler verloren sich aus den Augen, weil die Schauspielerin schnell zum nächsten Drehort reisen musste. Erst ein Jahr später trafen sich beide auf einer privaten Einladung wieder. Hertha erinnerte Heinz Rühmann daran, dass er von den Dreharbeiten her noch immer Schulden in Höhe von 20 Mark bei ihr hatte. Rühmann war verlegen und beschämt, und beim Entschuldigen muss er wohl zu weit gegangen sein. Am 01.07.1939 wurde in Berlin-Wannsee geheiratet. Sein Bruder Hermann war Trauzeuge. Das junge Ehepaar wohnte am Kleinen Wannsee 15 in Berlin in einem Bungalow, den Rühmann ein halbes Jahr zuvor gekauft hatte.

Heinz Rühmann schreibt in "Heinz Rühmann - Ein Leben in Bildern" über den Film "Paradies der Junggesellen", der am 01.08.1939 uraufgeführt wurde: "Für mich hat dieser Film eine ganz besondere Bedeutung, seit ich weiß, dass ein Foto - jenes mit Schürze und Zigarre - in einem Haus in Amsterdam hing. Im zweiten Stock der Prinsengracht 263, im Zimmer von Anne Frank, das heute Museum und Erinnerungsstätte an eine schlimme Zeit ist."

1940 wurde Heinz Rühmann Staatsschauspieler und erhielt die Goldene Ehrennadel des dänischen Fliegerclubs.

1942 gebar Hertha ihrem Heinz Rühmann am 07.06. Sohn Peter (drei Wochen zu früh).

1945 hat Heinz Rühmann einen neuen Hund, eine Rauhaardackeldame namens Ambrosia. Um zu überleben las Heinz Rühmann sogar im Juni eine literarische Matinee ("Die Nase" von Gogol) im "Haus der Kultur der Sowjetunion", obwohl er zuvor und eigentlich auch lange Zeit später Lesungen nie gemacht hat. Erst zu Fernsehzeiten sollten weitere Lesungen folgen.

© 2004 Michael Knoke
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