EIN STAR OHNE STARALLÜREN
 
Anfang 1983 verweilte ich in München. Ich hatte mir vorgenommen meinen Lieblingsschauspieler Heinz Rühmann in Berg am Starnberger See zu besuchen. Von vielen Erzählungen wusste ich ja nun das Heinz Rühmann ein sehr unumgänglicher Mensch im Privatleben sein sollte.
Nun ich wollte es dennoch versuchen und fuhr nach Berg. In meinem Gepäck ein großes Foto welches HR in sehr jungen Jahren zeigt.
Dort angekommen suchte ich zunächst den Klosterweg und fand dort ein sehr schmuckes Häuschen in dem Licht brannte. Vor der Garageneinfahrt stand ein silbergrauer Jaguar.
Was nun? Sollte ich einfach das Privatleben des großen Mimen stören und anklingeln? Womöglich habe ich ihn dann gleich verärgert.
Nein ich musste überlegen und lief ein Stück spazieren.
Ich sage ihnen es traf mich fast der Schlag wer mir da mit seinem Hund Apart entgegenkam?
Ja er war es: klein, Hut, heller Mantel - unverkennbar HEINZ RÜHMANN !
Wie sollte ich mich nun verhalten?
Wir kamen uns immer näher und auf gleicher Höhe grüßten wir gegeneinander - ich war wie gelähmt!
Jetzt oder nie: "Oh Herr Rühmann" rief ich darauf hinter ihm her, worauf er stehen blieb und sich umdrehte.
Wir wechselten ein paar Worte, ich streichelte Apart und erzählte ihm von meinem Wunsch der Signierung auf meinem Bild (das jedoch in meinem Wagen lag).
Bereitwillig erklärte er, dass er nun nach Hause ginge und ich gleich vorbeikommen möge.
Im "Sauseschritt" holte ich mein Bild, stand an der Eingangspforte und nun klingelte ich, was ich mir zu Beginn meiner Geschichte niemals hätte gewagt.
Er öffnete und bat mich an die Haustür, dort unterschrieb er mein Foto.
Ich war überglücklich, bedankte mich sehr höflich und wünschte ihm für die weitere Zukunft alles Gute und beste Gesundheit.
Ich kann nur sagen, dass er überhaupt nicht scheu oder unfreundlich, sondern sehr liebenswert und zuvorkommend zu mir war.
Wie gesagt: EIN STAR OHNE STARALLÜREN.
 
© 2001 Mario Nutsch im Auftrag der Heinz-Rühmann-Gedenkseite
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